Seit Juni 2025 tragen neue Smartphones und Tablets einen Reparierbarkeits-Index von A bis E. Wir erklären, wo du ihn findest, was er bedeutet – und worauf du beim Kauf sonst noch achten solltest.
Die beste Reparatur ist die, die man gar nicht erst braucht – und die zweitbeste ist die, die überhaupt möglich ist. Genau da lag bisher das Problem: Ob ein Gerät sich später öffnen, zerlegen und mit Ersatzteilen versorgen lässt, ließ sich beim Kauf im Elektromarkt praktisch nicht erkennen. Seit dem 20. Juni 2025 hat sich das geändert.
Was neu ist: Alle Smartphones und Tablets, die seitdem neu auf den EU-Markt kommen, müssen ein Energielabel tragen – ähnlich dem, das ihr von Waschmaschinen und Kühlschränken kennt. Neben der Energieeffizienzklasse steht darauf erstmals auch ein Reparierbarkeits-Index, erkennbar an einem kleinen Werkzeug-Symbol. Bewertet wird auf einer Skala von A (sehr gut reparierbar) bis E (schlecht reparierbar). Das Label wurde maßgeblich vom Fraunhofer-Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration IZM mitentwickelt.
Was noch draufsteht: Das Label verrät mehr als nur die Reparierbarkeit. Es gibt außerdem an, wie viele Ladezyklen der Akku übersteht, bis er auf 80 % seiner ursprünglichen Kapazität abgesunken ist, wie widerstandsfähig das Gerät gegen Stürze ist (Skala A bis E) und welchen Schutzgrad es gegen Staub und Wasser bietet. Damit lassen sich zwei Geräte im Laden zum ersten Mal direkt vergleichen – nicht nur nach Preis und Kamera-Megapixeln, sondern danach, wie lange ihr voraussichtlich etwas davon habt.
Wo du den Index findest: Im Laden hängt oder klebt das Label am Gerät beziehungsweise am Regal. Im Onlineshop muss es ebenfalls sichtbar sein – oft versteckt es sich hinter einem kleinen Symbol in der Nähe des Preises oder weiter unten in den Produktdetails. Wenn ihr es nicht findet: nachfragen. Händler sind zur Angabe verpflichtet.
Ein wichtiger Haken: Die Regel gilt nur für Geräte, die nach dem 20. Juni 2025 in Verkehr gebracht wurden. Lagerware, ältere Modelle und Gebrauchtgeräte tragen kein Label. Und: Bisher betrifft die Kennzeichnung ausschließlich Smartphones und Tablets. Ab 2027 kommen Wäschetrockner dazu, weitere Gerätegruppen wie Waschmaschinen und Laptops sind in Planung.
Was du bei Geräten ohne Label tun kannst: Auch hier gibt es Anhaltspunkte. iFixit vergibt seit Jahren eigene Reparatur-Bewertungen für viele Geräte und zeigt in Anleitungen, wie aufwendig ein Akkutausch tatsächlich ist. Ein guter Praxistest ist ohnehin die Frage: Lässt sich der Akku wechseln, ohne das Display zu zerstören? Werden Bauteile verklebt oder verschraubt? Gibt es Ersatzteile frei zu kaufen? Ein Gerät, bei dem drei Mal „ja“ herauskommt, wird euch mit hoher Wahrscheinlichkeit länger begleiten.
Fazit: Der Reparierbarkeits-Index nimmt euch die Entscheidung nicht ab, aber er macht sie zum ersten Mal auf einen Blick möglich. Wer beim nächsten Handykauf statt auf das dünnste Gehäuse auf ein A oder B beim Werkzeug-Symbol schaut, spart sich später womöglich eine Reparatur, die technisch gar nicht erst geht.
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